Scheidung ohne Anwalt

Scheidung ohne Anwalt? Ist dies möglich oder empfehlenswert?

Ist eine Scheidung ohne Anwalt möglich?

Besteht mit dem Ehepartner Einigkeit darüber, dass Sie die Beziehung nicht länger fortführen möchten, ist eine Scheidung ohne Beistand durch einen Rechtsanwalt oftmals möglich. Besonders unkompliziert ist der Fall, wenn keine gemeinsamen Kinder vorhanden sind, oder Sie übereinkommen, wie die Obhut und der Unterhalt dieser geregelt werden soll. Unterstützend wirkt bei einer einvernehmlichen Scheidung ein Mediator, sollte bei manchen Punkten Konfliktpotential vorherrschen. Hierbei handelt es sich um eine außergerichtliche Beilegung, die den Weg für eine gütliche Trennung bereiten kann.

Im Falle eines Streitverfahrens braucht man auf jeden Fall Rechtsbeistand im Zuge des Gerichtsprozesses. Bei einer einvernehmlichen Ehescheidung brauchen sie zwar keinen Anwalt vor dem Gericht es ist aber ratsam sich vorher ausführlich beraten zu lassen. Schliesslich ist eine Scheidung eine vertragliche Auflösung vor dem Gesetzgeber das viele Auswirkungen mit sich trägt

  • Ehegattenunterhalt
  • Alimente an Kinder
  • Vermögensaufteilung
  • Wohnung & Haus
  • Sorgerecht
  • Besuchsrecht
  • Namensänderung oder Namensbeibehaltung


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Die Mediation – Konflikte klären ohne Rechtsanwalt

Um Konflikte außergerichtlich ohne Rechtsanwalt beizulegen, suchen immer mehr Personen die Hilfe einer neutralen, dritten Partei, die schlichtend eingreift. Hierbei handelt es sich um einen Mediator, der gemeinsam mit den Eheleuten optimale Lösungen erarbeitet.

Besonderheiten einer Mediation

Mediatoren treten allparteilich auf und leiten die Gespräche. Dabei werden die Regeln der Mediation beachtet, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren handelt es sich um die kostengünstigere Variante, denn der Gang vor Gericht ist mit deutlich höheren Ausgaben verbunden. Zudem sparen Sie bei einer Schlichtung mit einem neutralen Dritten Zeit, da eine Einigung oft viel schneller erzielt wird. Hinzu kommt, dass die Arbeit mit einem Mediator stets auf freiwilliger Basis beruht und damit weniger aggressiv ist; die Teilnehmer haben Interesse an einer gütlichen Lösung. So entsteht ein konstruktives Gesprächsklima, bei dem gegenseitiger Respekt herrscht. Durch die klar strukturierte Konfliktanalyse erkennen die Parteien, wodurch die Probleme miteinander entstanden sind, und eine einvernehmliche Konfliktlösung wird so relativ zügig gefunden. Auf diese Weise profitieren alle Beteiligten und und Problemlösung ist oft deutlich nachhaltiger. Die Voraussetzung für eine solche Schlichtung ist allerdings, dass sämtliche Konfliktparteien dazu bereit sind, gemeinsam an einer Klärung zu arbeiten.

Die Phasen einer Mediation

Der Mediationsprozess lässt sich in mehrere Stufen unterteilen. Während der Vorphase ist der Mediator darum bemüht, zunächst einmal eine Basis für gemeinsame Gespräche zu schaffen. Er erläutert die Ziele, der Ablauf und die Regeln der Mediation und alle Beteiligten geben eine Mediationsvereinbarung ab. Hier werden auch Kosten, Fristen, Termine sowie Gesprächsregeln festgesetzt.

Daran schließt sich die erste Phase an, in welcher eine vertrauensfördernde Gesprächsatmosphäre vom Mediator geschaffen wird. Hierbei schildert jede Partei ihren Standpunkt, sodass der Konflikt aus unterschiedlichen Perspektiven heraus betrachtet wird. Der Mediator bewertet dabei nicht, sondern nimmt alle Konfliktparteien ernst.

In einer zweite Phase wird der Streitfall bearbeitet. Hier geht es deutlich emotionaler zu, denn die Teilnehmer drücken ihre Gefühle aus. Interessen, Bedürfnisse und Ziele werden näher beleuchtet. Während der dritten Phase erarbeitet man Lösungsansätze, die auf den Wünschen und Zielvorstellungen der Parteien beruhen. Gemeinsam mit dem Mediator sammeln Sie Ideen und Varianten. Im Rahmen der vierten Phase bewerten die Konfliktbeteiligten die ermittelten Optionen. Zudem überprüfen sie, ob die Lösungswege umsetzbar und dauerhaft tragbar sind. Abschließend wählen alle zusammen diejenige verbleibende Möglichkeit aus, welche den größten Nutzen hat.

In Phase Fünf überprüft der Mediator die gefundene Lösung und sie wird schriftlich im Mediationsvertrag festgehalten. Der Vertrag wird von sämtlichen Beteiligten unterzeichnet. Entscheiden Sie sich später für eine einvernehmliche Scheidung, legen Sie das Dokument dem Gericht vor. Zudem haben Sie die Möglichkeit, mit dem Mediator eine Evaluierung zu vereinbaren. Hier wird gemeinsam erörtert, ob sich die Ergebnisse mit den Zielen und Erwartungen der Parteien decken, oder ob Dinge verbessert werden müssen. Beim Bundesministerium für Justiz erhalten Sie Informationen über eingetragene Mediatorinnen und Mediatoren.

Die einvernehmliche Scheidung

Sind Sie und Ihr Ehepartner sich einig, dass Sie die Ehe beenden wollen, ist eine gütliche Scheidung ohne die Hilfe eines Rechtsanwalts möglich. Hierfür müssen Sie zunächst mindestens seit einem halben Jahr getrennt sein. Beantragen Sie die Ehescheidung beim zuständigen Gericht, wird darüber in einem Außerstreitverfahren entschieden.

Beide Ehepartner sehen die Ehe als irreparabel zerrüttet an und es besteht Einigkeit über die Scheidung und deren Folgen. Auf dieser Grundlage arbeiten Sie mit Ihrem Partner die Scheidungsvereinbarung aus. Sie können sie entweder mündlich bei Gericht zu Protokoll gegeben oder schriftlich einreichen, etwa als Anhang des Scheidungsantrags. Bitte beachten Sie, dass das Bundesministerium für Justiz kein autorisiertes Formular zur Verfügung stellt.

Folgende Punkte müssen in der Vereinbarung enthalten sein:

  • Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens, Ersparnisse und Schulden
  • unterhaltsrechtliche Ansprüche
  • Obsorge und Unterhaltspflicht für gemeinsame Kinder
  • Regelung über die Ausübung des Kontaktrechts

Nachdem Sie den Antrag eingereicht haben, setzt das Gericht einen Termin für die Gerichtsverhandlung fest. Beide Parteien müssen ihn wahrnehmen, damit die Ehe geschieden werden kann. Sollten Sie keine Scheidungsvereinbarung vorgelegen, besteht die Möglichkeit, diese mündlich während der Verhandlung zu schließen.

Der Ablauf des Verfahrens

Das Gericht entscheidet per Beschluss über den Antrag, gegen den Sie innerhalb von 14 Tagen Einspruch erheben können. Verzichten die Scheidungsparteien auf Rechtsmittel, wird die Ehescheidung umgehend rechtskräftig. Eine weitere Anfechtung ist nicht mehr durchführbar. Ihre volle Wirksamkeit erhält die Scheidung dann, wenn der Scheidungsbeschluss vom Gericht zugestellt wird. Bis zum Eintritt der Rechtskraft haben beide Parteien die Möglichkeit, den Scheidungsantrag zurückzuziehen.

Folgende Unterlagen benötigen Sie für das Verfahren:

  • Heiratsurkunde
  • Staatsbürgerschaftsnachweise
  • amtlicher Lichtbildausweise
  • Bestätigung der Meldung
  • Geburtsurkunden der Kinder, sofern vorhanden
  • Vermögensurkunden (bspw. Grundbuchauszug oder Mietvertrag)

Einvernehmliche Ehescheidung oder Vermittlung durch einen Mediator?

Egal, ob die Trennung im gegenseitigen Einverständnis mit Ihrem Partner erfolgt, oder etwaige Konflikte mithilfe eines Mediators geschlichtet werden: Eine juristische Beratung in Hinblick auf die Scheidungsfolgen bleibt zumeist nicht aus. Bei welchen Schwierigkeiten, die sich an eine rechtskräftige Scheidung anschließen, wünschen Sie sich zusätzliche Unterstützung?


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