Online Scheidung einreichen

Scheidung online in Österreich: Per Mausklick getrennt?

Das Internet bestimmt nun schon seit Jahrzehnten unser aller Leben. Ohne das Haus zu verlassen kann man heutzutage ganze Reisen planen und buchen, Einkäufe erledigen und sogar Bankgeschäfte erledigen. Doch wie sieht es mit Angelegenheiten wie der Scheidung aus? Kann man sich in Österreich heutzutage auch vom vermeintlichen Lebenspartner trennen, wenn man Onlineformulare ausfüllt oder die nötigen unterschriebenen Papiere einfach einscannt und per E-Mail ans zuständige Bezirksgericht schickt?

Die Antwort auf diese Frage ist mit einem eindeutigen „Nein“ zu beantworten. Es gibt keine Möglichkeit, die Scheidung auf digitalem Weg durchführen zu lassen.

Warum das so ist, welche Onlinedienste Sie bei Ihrer Scheidung dennoch nützen können und was die Vorteile einer „Offline-Scheidung ist“, das erfahren Sie hier.

Warum kann man sich nicht online scheiden lassen?

Das Internet mag mittlerweile einen so großen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben, dass es für manche Menschen nicht einmal mehr notwendig ist, das Haus zu verlassen. Selbst finanzielle Dinge lassen sich problemlos von zuhause aus am Computer regeln und man kann sogar ein ganzes Studium online absolvieren.

Dennoch gibt es bestimmte Bereiche im Leben, für die der virtuelle Kontakt nicht ausreicht. Das sind Dinge wie medizinische und ärztliche Versorgung, Heirat und eben auch die Scheidung.

Warum ist es 2017 nicht möglich, eine Scheidung online durchzuführen?

Eigentlich ist die Ehe als Bund fürs Leben gedacht.  Leider sind die Scheidungsraten relativ hoch. Die Entscheidung, diese Lebensgemeinschaft zu beenden und fortan getrennte Wege zu gehen ist eine schwerwiegende und mit vielen Hürden verbunden. Dazu kommt noch, dass eine Scheidung ein langwieriger Prozess ist, der aus mehreren Phasen besteht:

  • Die Einreichung der Dokumente beim Bezirksgericht
  • Die Gerichtsverhandlung mit dem Scheidungsvergleich
  • Das Scheidungsurteil

Bei all dem müssen beide Ehepartner persönlich anwesend sein. Dazu kommt noch, dass die rechtliche Trennung von Eheleuten zahlreiche Konsequenzen und Aspekte beinhaltet, die nicht einfach in einem Onlineformular geklärt werden können, sondern erst gerichtlich verhandelt und vereinbart werden müssen. Dies ist auch dann der Fall, wenn die Trennung der Ehe einvernehmlich und in beiderseitigem Einverständnis geschieht, wo sich die Beteiligten über alle Punkte die mit der Scheidung zu tun haben einig sind.


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Kosten berechnen, Recherche, Organisatorisches- Wie Internetdienste dennoch hilfreich sind

Wer bereits darüber nachgedacht hat, sich scheiden zu lassen, der hat aller Wahrscheinlichkeit nach auch im Internet bereits das Suchwort „Scheidung“ eingegeben.

Tatsächlich kann das World Wide Web nützlich sein, um sich vor der Trennung wichtige Erfahrung zum Thema Scheidung einzuholen. So kann man sich eingehend über die einzelnen Schritte und organisatorische Angelegenheiten einer Scheidung erkundigen.  Die meisten staatlichen Behörden verfügen über eine Onlinepräsenz und auch viele Rechtsanwälte haben Homepages, auf denen Sie die User über Ihre Dienstleistungen informieren.

Sowohl um sich vorab darüber ein Bild zu machen, was genau auf einen Menschen bei einer Scheidung zukommt, als auch um den passenden Rechtsbeistand zu finden, kann das Internet eine große Hilfe sein.

Zudem kann man sich über die ungefähren Kosten, mit denen man rechnen muss ein Bild machen, da es auf seriösen Seiten Unterhaltsrechner gibt, oder Informationen zu anderen Kosten, wie etwa den Kindesunterhalt finden.

Bei diesen Recherchen sollte man darauf achtgeben, dass es sich bei den Internetseiten, von denen man diese Informationen bezieht um seriöse Quellen handelt. So kann man bei Onlinepräsenzen von staatlichen Institutionen oder Behörden etwa darauf vertrauen, dass diese vertrauenswürdig sind.

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„Offline-Scheidung“ – Unabdingbar für eine saubere Trennung

Eine Scheidung ist eine ernsthafte Angelegenheit und ein entscheidender Einschnitt in das Leben eines Menschen. Damit dieser erfolgreich gelingt und einem neuem und schönen Lebensabschnitt nichts mehr im Wege steht, ist persönliche Kommunikation unabdingbar. Dies bezieht sich nicht nur aus den zukünftigen Ex-Partner, sondern auch auf die Behörden, die für die bürokratische Durchführung der Scheidung zuständig sind, wie die Standesbeamten, oder den Richter, der den Scheidungsvergleich leitet.

Ein weiterer wichtiger Erfolgsgarant für eine saubere Trennung ist die Unterstützung durch Experten, die juristischen Laien dabei helfen, die Ausmaße und Aspekte einer Trennung vollständig zu verstehen und ihnen aufzeigen, wo ihre Rechten und Pflichten sind. Dies können Rechtsberater und im besten Falle ein kompetenter Scheidungsanwalt sein. Wäre es möglich, eine Scheidung ausschließlich übers Internet und so schnell wie möglich durchzuführen, würde diese juristische Unterstützung, oft wegfallen, vor allem dann, wenn man sich einvernehmlich trennt, und davon ausgeht, sich über sämtliche Aspekte, die diese Entscheidung mit sich bringt, einig zu sein.

Fakt ist dennoch, dass juristische Unterstützung, idealerweise durch einen Rechtsanwalt, bei keiner Scheidung fehlen sollte, denn selbst wenn man sich einvernehmlich trennt, kommt es in den meisten Fällen früher oder später bei Angelegenheiten wie Vermögensaufteilung, gemeinsamer Wohnsitz, Unterhaltsangelegenheiten oder Sorgerecht zu Meinungsverschiedenheiten.

Eine traditionelle „analoge“ Scheidung  hat den Vorteil, dass sie den Beteiligten soviel Zeit lässt, sich über all diese Angelegenheiten zu einigen, ihre Trennung zu planen und sich von einem juristischen Beistand hinreichend beraten zu lassen. Bei einer Scheidung die übers Internet erfolgt, hingegen, kann es sein dass man überstürzte und wenig durchdachte Entscheidungen trifft, die man hinterher bereut.

Das Internet kann ein wichtiges Hilfsmittel sein, um sich vor einer Trennung nützliche Informationen einzuholen. Eine Scheidung, die ausschließlich online erfolgt ist in Österreich jedoch aus guten Gründen nicht möglich.

Wie stehen Sie zu diesem Thema? Teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Kommentaren mit.


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